Kleider machen Leute, heute Punks

Juten Tach, „Kleider machen Leute“ Gottfried Kellers Erzählung „Kleider machen Leute“ ist eine beliebte Schullektüre und der Titel dieser Geschichte hat sich zum geflügelten Wort entwickelt. Da es in die immer selbe Kerbe haut, „der erste Eindruck zählt“, sowohl auf einer Party wie auch beim Bewerbungsgespräch. Was den seltsamen Rückschluss zulässt, sich für einen Augenblick beim Türsteher wie bei einem Vorstellungsgespräch zu fühlen. Ein Sinnbild für Umgangsweisen und Schubladendenken bis hin zum Freitagabend Bier. Lustige Anekdoten kann hier wohl jeder erzählen.
Kleidung dient jedoch auch als Verkleidung, als sicheres Zeichen um seine Gruppenzugehörigkeit auszudrücken. Der Mensch als soziales Wesen welches allein eingeht, wie diese drei Euro Kakteen bei denen man nie weiß wie viel man gießen muss und ob man sie jetzt in die Sonne stellen sollte oder nicht. Kommen die nicht aus der Wüste da is doch immer Sonne ?
Schönes Beispiel sind hier wohl Punks die immer wieder durch Ihr besonderes äußeres bestechen. So fuhr ich letztens durch eine süddeutsche Kleinstadt, welche durch ihre Eigenschaft auftrumpfen, sämtliche Gebäude rund um eine Einkaufsmeile zu gruppieren. Auf besagter Einkaufskaufsmeile schwitzte ich nun in einer vollgestopften Straßenbahn und wunderte mich das wir einfach nicht vorwärts kamen. Selbes dachte wohl auch der Zugführer und entließ uns, schwitzend und genervt, nach zehn Minuten stillstand aus der Bahn um seinerseits nachzusehen warum es nicht weitergeht. Im Entenmarsch ging es nun, immer dem Fahrer folgend, vorbei an einigen anderen Straßenbahnen die sich gestaut hatten um den Grund für schlechte Laune, klebende Kleidung und genervte Blicke auf die Uhr zu erfahren. Die Spannung wuchs proportional zu den Straßenbahnen an denen wir vorbeiliefen.
Vor der letzten, also der ersten Bahn, die gestoppt hatte sah man einen Pulk aus Menschen die wie eine Herde Gnus ums Wasserloch einen Kreis gebildet hatten in dessen Zentrum sich wohl der Grund allen Übels befinden musste. Nach einigem geschubse und Gerangel sah ich nun auch das Specktakel welches den Verkehr aufhielt. Im Gegensatz zu unserem Strassenbahnfahrer der sich ganz der Gruppenzugehörigkeit unterwarf,  sich etwas abseits zu seinen Kollegen gesellte um sich mit gelangweiltem Gesichtsausdruck eine Zigarette an zustecken. Ich ammüsierte mich derweil in der „Gnugruppe“  mit blick auf drei Punks die sich wie kleine Kinder auf der Strasse balgten. Ihre Kleidung machte jedoch ein Einschreiten unmöglich da man angst haben musste sich  an einem, der in der Sonne glänzenden, Nieten und Metalstacheln ernsthaft zu verletzten und so noch mehr Zeit zu vertrödeln. Da besuche im Krankenhaus oft Zeitintensive Veranstaltungen sind. Die drei ähnelten sich fast aufs Haar welches jedoch hier eine klares Unterscheidungsmerkmal war da man klar drei unterschiedliche Farben erkennen konnte. Im Gegensatz zu den Schuhen die gefährlich schwer aussahen und den Eindruck erweckten als hätten sie besondere Gadjets was wohl aber nur Stahlkappen sein konnten. Allgemein sahen die drei wie Krieger auf einem Schlachtfeld aus und ich empfehle den Look auch allen Spinnern mit Privatarmee, das flößt Respekt ein im Gegensatz zu den Grüngefleckten Uniformen. Grüne Uniformen tauchten dann auch später noch auf um mit rotweißen Stäben den Verkehr umzulenken. Denke ich mir zumindest denn solange konnte ich nicht warten und irgendwie, ganz im sinne von Individualität um jeden Preis, gingen mir die anderen „Gnus“ auf die nerven und so setzte ich meinen weg zu Fuss fort. Beeindruckt von der Macht der Äusseren Erscheinung und beseelt von dem Wunsch mir gefährlich aussehende Stacheln an die Jacke zu stanzen.
Tschüss