Kleider machen Leute, heute Hip-Hopper

Juten Tach, die Familie ist heilig, ein Ausspruch der nicht nur in sizilianischen Cosa- Nostrakreisen  gültigkeit besitzt sondern auch unter den Deutschen.
Einer repräsentativen Umfrage zufolge sollen die Deutschen gar die ausgeprägtesten Familienmenschen in Europa sein, so gaben 95 Prozent der Befragten an ein gelungendes Wochenende am liebsten mit der Familie zu verbringen. Am Rande sei hier noch ewähnt das dieser Studie folgend jeder zweite Brite,  Alkohol zu einem gutem Wochenende zählt. Ob der Schnaps der Briten mit der Familie geteilt wird, „komm Mutter nochn schlückchen, hast ja richtig geraten bei Wer wird Millionär“,  geht leider nicht aus der Umfrage hervor. Jedoch nimmt die Mutter eine besonders ehrvolle Position in der Familie ein und das schon seit Urzeiten. Wurde damals noch Ihre Fruchtbarkeit gefeiert wird Ihr heute seitens Ihrer Söhne unbedingter Respekt  und schier endloser Verteidigungswille entgegengebracht.

So weiß heute jeder pflaumbärtige Dreizehnjährige das wenn das Thema auf den Schulhof in Richtung weibliche Erziehungsberechtigte tendiert ein vorsichtiges Fingern in der tiefhängende Hose notwendig wird, um unbemerkt den griff des Teppichmessers, welches man vorsorglich aus Papas Werkzeugkiste stibitzte, zu fassen. Es ist doch möglich das dass gegenüber etwas schlechtes über die gute Frau sagt die einen ständig auffordert doch wenigstens bei Oma und Opa die Hose ein wenig höher zu ziehen. Schließlich liebt man seine Mutter mindestens genauso innig wie die“Lieblingsrapper“ Ihre. Man hat es halt nur noch nicht geschafft Ihr zu eröffnen das man sich Nachmittags auf dem Dachboden trifft, um mit dem drei Jahre älteren Thorsten dem Maskenträger nachzueifern. Und den Mund gegen kalte Glasröhren drückt um danach erbärmlich zu husten und mit tränenden Augen zu röcheln das dass ja ein endloser Spass ist. Aber da kommt man schon noch hin. Erstmal reicht es die Hosen tief zu tragen und die Mutter zu bitten doch das Niki in XL  zu kaufen. Man ist sich bewusst damit die Trendsetter aus den Amerikanischen Gefängnissen zu würdigen die wohl als erstes auf die Idee kamen die Hosen tief zu tragen. Eine Notwendigkeit weil bei der Kleiderausgabe einfach nicht auf die Größe geachtet wurde.  Das weiß man natürlich jedoch schaut man  gewissendlich darüber hinweg. Schließlich wird das Profil vom „Gängster“ der aus dem Morgendlichen Nebel eines Vorstadtortes auftaucht ohne Rücksicht auf Verluste Propagiert. Goldketten behangen mit glitzernden Steinen in den Ohrringen und eben jenen  Kleidern, sieht man Sie durch die Kanäle flimmern. Hier nutzten Sie die Möglichkeit über Ihre schwierige Kindheit zu sprechen und die harten Lebensbedingungen in Süddeutschen Kleinstädten zu schildern. Kurz darauf erklären Sie strahlend wie Sie sich mit Ihrer Musik aus der prekären Situation befreiten obwohl Sie ja keinen Abschluss geschafft haben. Pop – Stars für Underdogs.
Mit dem wissen das man es auch ohne Schule schaffen kann trifft man sich dann mit seinen uniformierten Freunden am Nachmittag um ältere Damen vorm Lidl zu erschrecken. Und laut darüber zu sinnieren welcher der Hip-Hopgrößen wohl am härtesten drauf ist und wer die Karten für den Dom 44 besorgt.
Gescheiterte Existenzen als Vorbild mit dem trügerischem Sinnbild das man nur Sprechgesang braucht um  sich seine vorpubertären Wünsche von großen Autos, hübschen Frauen und schnellem Geld zu erfüllen gepaart mit Pseudoghettorisierung einzelner Stadtbezirke und Landkreise. Das dass mit der Grundidee der Hip-Hopbewegung der siebziger und achtziger Jahre wenig zutun hat und wohl nur auf riesige Marketingmaschienerien  zurückzuführen ist, ist wohl klar. Ich mag guten Hip Hop. Ausserdem habe ich gehört in der nächsten Bravo sind Rubbeltatoos der Einschussnarben von 50 cent, und die hole ich mir bestimmt ! Tschüss